Angefangen hat mein Interesse an Keramik 1984, nach einem Besuch bei Walter Gebauer in Bürgel, vor allem wegen seiner "Kristallsterne", wie er seine Kristallglasuren nannte.
Oder wie es Dr. Pukall bereits 1908 formulierte:
"Es ist der unwiderstehliche Reiz, den jene geheimnisvolle Naturkraft auf den Menschen ausübt, die da imstande ist, ...... aus scheinbar chaotischer Materie chemische Individuen zu isolieren ... "
und so hatte ich es auch empfunden, als ich bei eben diesem Besuch bei Walter Gebauer dem Reiz seiner Kristallglasuren verfallen war.
Seit dieser Zeit habe ich mich mit unterschiedlicher Intensität den Kristallglasuren gewidmet und die Freude am Versuch der Entschlüsselung der "Geheimnisse" der Kristallglasuren bisher nicht verloren.
Die Material- und Rohstoffbeschaffung einschließlich des Kaufes eines entsprechenden Brennofens war damals (in der DDR) für einen Autoditakten nicht ganz einfach, aber meine Programmierkenntnisse (mein eigentlicher Beruf) haben mir dann etwas geholfen. ( siehe auch ... die erste Materialbeschaffung )
Entsprechend vorhandener Rohstoffe habe ich dann mit Titan-Kristallglasuren begonnen, indem ich eine kalkreiche Fritte mit Titanoxid übersättigte.
Diese Fritte, 1.10.31 - von "BIDTELIA" Meissen, damals "Farben und Filterwerk", hat folgende Segerformel:
0,26 Na2O 0,02 Al2O3 2,10 SiO2
0,25 K2O 1,02 B2O3
0,49 CaO
und ich benutze sie heute noch.
Als Literatur lediglich Gebauer's Buch und einer Masse- und Brennbedingungen von nur maximal 1100°C, gelang es mir damals trotzdem, Ca-Titanate bis zu einer Größe von 0,5 cm zu erzeugen.
Anfänglich habe ich mit Auffangglasuren gearbeitet, was natürlich aus meiner heutigen Sicht die Kristallisation nicht unbedingt begünstigte, zumal die Auffangglasur keine Kristallglasur war.
Leider besitze ich aus dieser Zeit keine schönen Stücke mit größeren Kristallen mehr, lediglich diese :
1. Ti-Kristallglasur über einer Auffangglasur mit Co-Färbung
- innen kleine goldgelbe Ca-Ti-Kristalle
Bernhard Schärf - 1985
2. Kupfer-Titan-Kristallglasur über einer Auffangglasur mit Fe-Färbung
- innen grüne Ca-Ti-Kristalle
- außen teilweise Aventurine
Bernhard Schärf - 1984